Fragen & Antworten

Fragen & Antworten

1. Welche Arten der Mitgliedschaft gibt es? (Bitte zuallererst lesen!)

Es gibt zwei Arten der Mitgliedschaft: die aktive und die passive Mitglieschaft. Aktive Mitglieder beziehen einen Ernteanteil. Aktiv bedeutet nicht, dass die Mitglieder zur Mitarbeit verpflichtet sind (siehe dazu Frage 8). Passive Mitglieder erhalten keinen Ernteanteil. Sie sind reine Fördermitglieder. Wenn nicht anders erwähnt, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf aktive Mitglieder.

2. Wie funktioniert die solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)?

Unsere SoLaWi wird über den Verein Bio-vegane SoLaWi – Guter Grund e.V. organisiert. Die für die landwirtschaftliche Produktion notwendige Ackerfläche pachtet der Verein vom BioHof Dieffenbach (in Wölfersheim) und stellt Gärtner_innen für die anfallenden Arbeiten an. Das Gemüse ist biologisch und der Anbau erfolgt so gut wie möglich vegan. Die Auslieferung der Ernteanteile an die Depots wird durch den BioHof Dieffenbach übernommen.

Das Prinzip der SoLaWi ist, dass die Kosten der Landwirtschaft von den Mitgliedern des Vereins getragen werden – egal, ob die Ernte gut oder schlecht ausfällt. Dadurch erhält der Verein Sicherheit und ist nicht der Konkurrenzsituation des freien Marktes ausgesetzt. Die Solidarität mit dem Betrieb ist das 1. solidarische Prinzip der SoLaWi. Im Gegenzug wird der Ernteertrag unter den Mitgliedern gleich aufgeteilt.

Die Kosten der Landwirtschaft werden durch den monatlichen Mitgliedsbeitrag der aktiven Mitglieder gedeckt. Um auch Geringverdienenden die Möglichkeit zu bieten, an der SoLaWi teilzuhaben, gibt es keinen festen Mitgliedsbeitrag. Die Höhe des individuellen Mitgliedsbeitrages wird stattdessen über die sogenannte Bieterunde auf der jährlichen Mitgliederversammlung festgelegt.

3. Wie läuft eine Bieterunde ab? / Wie viel kostet ein Ernteanteil?

Zu Beginn der Bieterunde wird die Kostenkalkulation für das kommende Anbaujahr vorgestellt. Damit wird allen Mitgliedern transparent gemacht, wofür wie viel Geld ausgegeben wird. Anschließend geben alle Mitglieder anonym auf einem Zettel an, wie viel Geld sie monatlich beisteuern können. Hierbei gibt der Richtwert – also die durchschnittlichen Kosten pro Mitglied pro Monat – Orientierung. Geringverdienende können weniger als den Richtwert angeben. Personen, denen mehr Geld zur Verfügung steht, können dafür mehr als den Richtwert angeben und gleichen damit die Differenz aus. Diese Solidarität unter den Mitgliedern ist das 2. solidarische Prinzip der SoLaWi.

Die Zettel werden eingesammelt und die Beträge addiert. Decken die Gebote die Gesamtkosten nicht, wird die fehlende Differenz zwischen der Summe der Gebote und den Gesamtkosten ermittelt. Daraufhin wird eine zweite Bieterunde eingeleitet, in der die Mitglieder ihre Gebote anpassen können. Dieses Verfahren wird so oft wiederholt, bis die Gesamtkosten gedeckt sind. Deckt die Summe der in der jeweiligen Runde angegebenen Gebote die Gesamtkosten, so ist das Bieteverfahren abgeschlossen und die zuletzt getätigten Gebote werden im Mitgliedsantrag verbindlich vertraglich festgehalten.

Das bedeutet: Es gibt keinen einheitlichen Mitgliedsbeitrag und damit auch keine einheitlichen Kosten für einen Ernteanteil. Jede Person zahlt, wie viel sie kann.

4. Kann ich zu jedem beliebigen Zeitpunkt bei der SoLaWi ein- oder aussteigen?

Dies ist bei aktiven Mitgliedern (also einen Ernteanteil beziehenden Mitgliedern) und passiven Mitgliedern (also Mitgliedern ohne Ernteanteil, die den Verein einfach so finanziell unterstützen) unterschiedlich.

Für aktive Mitglieder gilt: Damit die Finanzierungssicherheit gegeben ist, ist es notwendig, dass sich alle Mitglieder zu einer Mitgliedschaft von einem Jahr verpflichten. Es ist also nur möglich zur jährlichen Mitgliederversammlung ein- oder auszusteigen. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn ein Mitglied im Laufe des Anbaujahres aussteigen möchte, ist dies nur möglich, wenn dieses Mitglied eine Person findet, die ihre Mitgliedschaft für den Rest des Jahres übernimmt.

Für passive Mitglieder gilt: Diese können zu jeder Zeit aus dem Verein ein- oder aussteigen.

5. Wo sind die Depots?

Zurzeit sind die Depots in Wölfersheim (BioHof Dieffenbach), in Offenbach (Stadtteil Bürgel) und in den folgenden Frankfurter Stadtteilen: Höchst, Seckbach, Nieder-Erlenbach, Nordend und Sachsenhausen. Die Depots werden von Mitgliedern gestellt. Deshalb ist es möglich, dass sich auch neue Standorte ergeben und bestehende ggf. geschlossen werden.

6. Wann und wie kann ich den Ernteanteil vom Depot abholen?

In der Hauptsaison gibt es wöchentliche Lieferungen. Diese findet immer am Donnerstag statt. Das Zeitfenster, in dem das Gemüse bei deinem Depot abgeholt werden kann, legt die depotverantwortliche Person fest. Außerhalb der Hauptsaison gibt es Lagergemüse (z.B. Kartoffeln). Hier findet die Lieferung zweiwöchentlich statt. Ggf. gibt es auch mal Zeiträume, in denen keine Lieferung kommt, falls unser Lager leer ist und es noch kein frisches Gemüse gibt.

Die individuellen Ernteanteile werden nicht vorgepackt. Stattdessen werden Kisten mit den jeweiligen Gemüsekulturen an jedes Depot geliefert. Im Depot steht eine Waage bereit und es hängt eine Liste aus. Diese Liste gibt darüber Auskunft, wie sich ein Ernteanteil zusammensetzt – also wie viel kg je Gemüsesorte in einem Ernteanteil enthalten sind. Die Mitglieder wiegen sich dann entsprechend dieser Liste ihren Anteil ab und nehmen ihn in eigenen mitgebrachten Taschen mit. Die Kisten, in denen das Gemüse angeliefert wird, dürfen nicht mitgenommen werden, da sie für die kommenden Lieferungen gebraucht werden.

7. Welches Gemüse und Obst enthält ein Ernteanteil und wie viele Personen ernährt dieser?

Welches Gemüse in der in der Regel wöchentlichen Lieferung enthalten ist, ist saisonabhängig, da ausschließlich aus eigenem Anbau. Nur Kartoffeln und Süßkartoffeln kaufen wir ganzjährig vom BioHof Dieffenbach zu. Für das Anbaujahr 2020 haben wir beispielsweise verschiedene Sorten von Kohl, Bohnen, Salaten, Kürbissen, Zwiebeln, Rüben sowie Fenchel, Gurke, Sellerie, Mangold, Paprika, Porree, Radieschen, Tomaten, Zucchini und Kräuter geplant. Da es auf unserer Ackerfläche keine Obstbäume gibt, werden Obstquellen (z.B. Streuobstwiesen) und die Obsternte (Mitgliederaktion) von Mitgliedern über den Arbeitskreis Obst selbst organisiert.

Je nach dem, wie viele Personen in deinem Haushalt leben und wie gemüselastig dein individueller Ernährungsstil ist, reicht ein Ernteanteil in der Hauptsaison für 1-2 Personen. Im Frühjahr kann es ein Zeitfenster ohne oder mit wenig Gemüse geben, da das Lager aufgebraucht ist.

8. Muss ich mitarbeiten und wie kann ich mich beteiligen?

Jegliche Beteiligung der Mitglieder ist freiwillig. Damit die SoLaWi funktioniert ist es gleichzeitig aber notwendig, dass Mitglieder mithelfen. Wir organisieren uns in folgenden Arbeitskreisen, an denen sich alle Mitglieder beteiligen können. Hier findest du Informationen zu den einzelnen Arbeitskreisen und Ansprechpersonen: https://www.solawi-gutergrund.de/ueber-uns/arbeitskreise/

Wenn du weitere Fragen hast, schreibe uns gerne eine Nachricht über das Kontaktformular.